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Druckprobe des Fernwärmespeichers erfolgreich

Auf Hannovers ältestem Kraftwerksstandort wird seit 1902 Strom produziert - nun geschieht dort etwas völlig Neues.

Jahrelang stand der seit den späten 1970er Jahren ungenutzte Öltank neben dem Gasheizkraftwerk Hannover-Herrenhausen leer. Aktuell wird er zu einem Heißwasserspeicher für das enercity-Fernwärmenetz umgebaut.

Diesen Sommer erreichte das Projekt einen wichtigen Meilenstein. Ab Juni 2016 hat enercity den Tank langsam befüllt, um die Dichtheit des Tanks und der neuen Zu- und Abläufe zu prüfen. Täglich stieg das Wasser um rund 50 cm und im Juli 2016 war der Tank komplett gefüllt. „Einem erfolgreichen und pünktlichen Abschluss des Projekts steht nun nichts mehr im Wege“, freut sich enercity-Technikdirektor Harald Noske über die bestandene Druckprobe.

Synchron zum steigendem Füllstand verpackten die Konstrukteure die Außenwand des Tanks mit einer 40 cm starken Dämmschicht und der Außenverkleidung. Parallel erfolgte zudem die Anbindung ans Fernwärmenetz. Dies erforderte die unterirdische Querung des Leinhäuser Wegs sowie eine neue, 100 m lange Rohrbrücke auf dem Kraftwerksgelände. Im Kraftwerksgebäude sind neue Pumpen, Regelarmaturen und weitere Verrohrungen erforderlich.

Mit Abschluss dieser erfolgreichen Druckprobe kann auch auf dem Dach die 50 cm Dämmung aufgebracht werden. Danach stellt enercity die vollständige, insgesamt 250 m umfassende Rohrtrasse bis zum Einbindepunkt am Fernheiznetz fertig. Sobald die neue Pump- und Regelstation im Bestandsgebäude einsatzbereit ist, kann der Ein- und Ausspeicherbetrieb starten. Bereits zur kommenden Heizsaison des Winters 2016/17 soll der Wärmespeicher in Betrieb gehen.

Die letzten Leerstandstage des Tanks vor der Befüllung im Mai 2016 hat enercity genutzt, um mit Musikern die eindrucksvolle Akustik nochmals erlebbar zu machen.

Die hierbei entstandenen Klangwelten sind in dem Kurzfilm „Abgesang im alten Öltank“ festgehalten. Zum Film 

 

Hintergrundinformation zum neuen Fernwärmespeicher in Hannover-Herrenhausen

Durch die Energiewende steigt der Anteil der erneuerbaren Stromerzeugung kontinuierlich, während die konventionelle Stromerzeugung zurückgeht. Damit wird in den Kraft-Wärme-gekoppelten (KWK-) Erzeugungsanlagen auch weniger Wärme erzeugt. Große Wärmespeicher ermöglichen eine flexiblere Strom- und Wärmeerzeugung. Wärme ist im Vergleich zu Strom gut speicherbar. Im Fernwärmenetz kann enercity so Schwankungen stunden- bis tageweise ausgleichen und die Versorgungssicherheit erhöhen.

Für den lange ungenutzten Schweröltank neben dem Kraftwerk Herrenhausen steht zukünftig die Nutzung als Fernwärmespeicher an. Der gut 21 m hohe Tank mit einem Durchmesser von 30 m hat ein Volumen von 15.000 m³. Bis zur nächsten Heizperiode wird der Speicher betriebsbereit sein. Der netzeingebundene Probebetrieb und die Endabnahme erfolgt abhängig von den Außentemperaturen in der Heizperiode 2016/2017.

Der neue atmosphärische Fernwärmespeicher wird ein Speichervolumen von über 12.500 m³ Fernheizwasser haben. Das Wärmespeichervermögen beträgt 500 MWh bei einer thermischen Ein- und Ausspeicherleistung von je 100 MW. Die maximale Einspeichertemperatur liegt bei 98°C. Die Projektkosten sollen sich – einschließlich der Anbindung ans Fernwärmenetz – auf rund 5,5 Mio. Euro belaufen.

Der Speicher erhöht die Flexibilität der KWK-Erzeugungsanlagen bei enercity, da so die Strom- und Wärmeversorgung auch zeitlich unabhängig möglich wird. Generell können die KWK-Erzeugungsanlagen besser ausgelastet und flexibler betrieben werden. Bei Wärmebedarf während Zeiten geringer Stromproduktion erspart ein Wärmespeicher darüber hinaus den Zwangseinsatz der Regel- und Heißwasserkessel.

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