Programm

Die Veranstaltung beginnt um 9:00 Uhr, Einlass ist ab 8:30 Uhr.

 

 

Bodenwiderstandsmessungen - ein unverzichtbares Werkzeug bei der Zustandsbewertung nicht kathodisch geschützter erdverlegter Rohrleitungen

Dr. Klaus-Erich Nowak, Markkleeberg

Warum schon wieder Bodenwiderstandsmessungen?

Der spezifische Bodenwiderstand ist eine wichtige Größe bei der Bewertung und der Aufklärung von Korrosionsproblemen in Böden. Aus den Ergebnissen exakt durchgeführter  Bodenwiderstandsmessungen können Korrosionsbelastungen von erdverlegten Rohrleitungen und Anlagen abgeschätzt werden (GW 19). Bei Gussleitungen ist das die einzige Bewertungsmöglichkeit. Rechtliche Konsequenzen kann eine nicht exakte Bestimmung dieser physikalischen Größe beispielsweise bei der Umsetzung der Forderungen der DIN EN 50165 haben. Bisher wurde im Korrosionsschutz in den meisten Fällen der scheinbare spezifische Bodenwiderstand zu Berechnungen und Bewertungen genutzt. Diese Praxis ist nicht korrekt und rechtlich nicht haltbar. Der Vortrag zeigt Möglichkeiten auf, den realen Bodenwiderstand zu bestimmen.

Rehabilitationsplanungen für erdverlegte metallene Rohrleitungen ohne KKS, die aber mithilfe der Messtechnik vom KKS bewertet wurden

Dr. Oliver Hohage, Maurmann GmbH, Sprockhövel

Die gezielte Planung von Rehabilitationsmaßnahmen ist ein wesentlicher Aspekt der Instandhaltungsstrategie von Rohrleitungsnetzen. Bei kathodisch geschützten Leitungen liefern die KKS-Messdaten dazu wichtige Entscheidungshilfen. Durch die Anwendung der im KKS verwendeten Messtechniken auf nicht kathodisch geschützte Leitungen aus Eisenwerkstoffen können auch dort Entscheidungshilfen gewonnen werden. In einem Feldversuch wurde durch Messungen des spezifischen elektrischen Bodenwiderstandes, der LPR-Korrosionsrate sowie der Bodenpotentialgradienten die Korrosionswahrscheinlichkeit von nicht KKS-geschützten Stahlrohrleitungen ortsbezogen prognostiziert und durch Aufgrabungen verifiziert.

Korrosionsprognosen & Co. – (k)ein Blick in die Glaskugel

Monika Uhmann, Dr.-Ing. Veenker Ingenieurgesellschaft mbH, Leipzig

Auf der Grundlage der DIN EN 16348 sind Netzbetreiber verpflichtet, ein Pipeline-Integrity-Management-System (PIMS) aufzubauen. Die Verminderung der Rohrwanddicke, resultierend aus Korrosionsprozessen, beeinträchtigt die Festigkeit und Standsicherheit einer erdverlegten Rohrleitung aus Stahl und stellt somit einen wesentlichen Input für ein aussagekräftiges PIMS dar. Die Festlegung von Korrosionsraten und Korrosionsprognosen sind ein zentrales Thema, wenn es um die „Sicherheit“ von Rohrleitungen geht. Der Vortrag wird einen Einblick in fundierte Analysen und Berechnungsmethoden geben.

Betrachtungen zu Korrosionsgeschwindigkeiten an erdverlegten metallischen Leitungen

Thomas Laier, Westnetz GmbH

Korrosionsschutzmaßnahmen auf dem Stand der Technik (Umhüllungen plus KKS) verhindern zuverlässig Korrosion an erdverlegten metallischen Anlagen. Trotzdem kann es in Ausnahmefällen zu Korrosionsangriffen mit unterschiedlichen Abtragungsraten kommen. Typische Ursachen und Strategien zur Vermeidung werden diskutiert

ISO/AWI 21809-11: Umhüllungen für Rohrleitungs-Sanierungsprojekte

Ayse Cintosun, Open Grid Europe GmbH, Essen

Das Regelwerk ISO 21809-11 (Entwurf) spezifiziert die Kriterien und Anforderungen an die Bewertung und Entfernung einer mangelhaften Umhüllung, sowie die Oberflächenvorbereitung und die baustellenseitige Applikation von Außenbeschichtungen für Sanierungs- und  Rehabilitationsprojekte an erdverlegten Erdöl- und Erdgas-Rohrleitungen mit und ohne kathodischen Korrosionsschutz.

Dieses Regelwerk wird Qualifikationen und Prüfungen der Auftragnehmer und der baustellenseitig aufgebrachten Umhüllungen auf allen Rohrleitungskomponenten, inklusive Bögen, T-Stücke, Schieber, Armaturen, die unterirdisch und im Boden-Luft-Übergang eingebaut sind, festlegen. Für die technische Charakterisierung der einsetzbaren Umhüllungsmaterialien ist die Referenz die ISO 21809-3. Mit dem Vortrag sollen der Anwendungsbereich und die Inhalte dieses neuen Regelwerkes den zukünftigen Anwendern nahe gebracht werden.

Entwicklung im DVGW-Regelwerk – Überarbeitung des DVGW-Arbeitsblattes GW 10

Hilmar Jansen, Open Grid Europe GmbH, Essen

Das DVGW-Arbeitsblatt GW 10 aus dem Jahre 2008 wird im zuständigen Projektkreis des DVGW überarbeitet. Bei der Überarbeitung wurde beschlossen, dass die bisherigen DVGW-Arbeitsblätter GW 10 (Anwendungsbereich: Inbetriebnahme und Überwachung), GW 12 (Anwendungsbereich: Planung und Bau) und das DVGW-Arbeitsblatt GW 16 (Anwendungsbereich: Fernüberwachung) zu einem Arbeitsblatt zusammengefasst werden. Gegenstand der Überarbeitung war eine technische Aktualisierung der Norm. Wo immer möglich wurde auf bereits existierende Regelwerke (z.B. nationale, europäische und internationale Regeln) verwiesen. Neu ist, dass das Anwendungsgebiet des überabeiteten DVGW-Arbeitsblattes GW 10 explizit den kathodischen Schutz von erdverlegten Rohrleitungen in komplexen Anlagen mit einbezieht. Zusätzlich wurden Maßnahmen für Gebiete dichter Besiedlung oder besonderem Schutzbedürfnis definiert. Das DVGW-Arbeitsblatt GW 10 beschreibt auch die Zuständigkeit und die Tätigkeiten, die von KKS-Sachverständigen vorzunehmen sind. Es ist davon auszugehen, dass das Arbeitsblatt in 2017 in Kraft gesetzt wird. Der Vortrag stellt die wesentlichen Inhalte des überarbeiteten DVGW-Arbeitsblattes GW 10 vor.

Messverfahren zur Beurteilung von Wechselstromkorrosion an kathodisch geschützten Rohrleitungen

Mohamed Houban, Maurmann GmbH, Sprockhövel

Basierend auf Voruntersuchungen des IfB wurde das Korrelations-Messverfahren im Rahmen einer Masterarbeit auf seine Praxistauglichkeit überprüft. Vorausgehend wurde das Verfahren theoretisch reflektiert, wobei festgestellt wurde, dass die Steigung der sich ergebenden Regressionsgeraden dem Realteil der Gesamtimpedanz der Fehlstelle in der Rohraußenumhüllung entspricht. Diese Erkenntnis ermöglicht eine nähere Betrachtung der an der Phasengrenze Metall/Erdboden ablaufenden Vorgänge. Die Ergebnisse der Masterarbeit werden vorgestellt und deren Bedeutung für die Praxis skizziert.

Anforderung an Isolierflanschverbindungen

Peter Thomsen, Lannewehr + Thomsen GmbH & Co. KG, Bremen

Isolierflanschverbindungen und -kupplungen sind seit vielen Jahren als Verbindungen im Kathodischen Korrosionsschutz im Einsatz. Immer wieder kommt es zu Undichtigkeiten. Die technischen Anforderungen, die sie erfüllen müssen, stammen aus der Druckgeräterichtlinie (ArbSchG, BetrSichV, TRBS), der Industrieemissionen-Richtlinie (BImSchG), der Rohrfernleitungsverordnung (TRFL), dem DVGW-Regelwerk und den aktuellen Normen. Die unterschiedlichen Anforderungen werden aufgezeigt. Übliche Isolierflanschsysteme sind mit Isolierscheiben unter der Unterlegscheiben der Schrauben ausgerüstet. Diese schränken die maximal zulässige Belastung der Schraubverbindung ein. Die Systeme sind mechanisch nicht gegen Rohrzusatzkräfte widerstandsfähig und müssen regelmäßig kontrolliert und nachgezogen werden. Eine Lösung für diese Probleme wird vorgestellt: ein betriebssicheres und aufgrund der Konstruktion auf Dauer technisch dichtes System, das alle Anforderungen erfüllt.