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TÜV NORD lädt nach Hamburg zum Pipeline Symposium 2013

Um Flüssigkeiten oder Gase über weite Strecken zu transportieren, sind Pipelines unverzichtbar und spielen eine strategische Rolle in der Versorgung mit Energie und Rohstoffen. Doch ihre wichtigen Aufgaben können Pipelines nur erfüllen, wenn sie wirtschaftlich, störungsfrei und sicher arbeiten.

2012 wurden beim TÜV NORD Pipeline-Symposium branchenrelevante Fragen wie beispielsweise „Welche Technologien sind zur schnellen und zuverlässigen Ortung von Leckagen geeignet?“ und „Wie kann man anhand der Daten intelligenter Molche sinnvolle Sanierungskonzepte sowie die Restlebensdauer einer Pipeline bestimmen?“ mit Referenten und Teilnehmern diskutiert. In diesem Jahr werden wieder praxisrelevante Themen, wie aktuelle Änderungen in den Regelwerken und interessante Einblicke in neue Technologien vermittelt, wenn das TÜV NORD Pipeline Symposium vom 18. bis 19. November bis bereits dritten Mal in Hamburg stattfindet.

PROGRAMM 18. NOVEMBER

11.15 Uhr "Umsetzung von Genehmigungsverfahren und Wegerecht für Pipelines"

Genehmigungsverfahren und Erwerb von privaten Gestattungen für den Bau von Pipelines werden in Kommunen und von privaten Betroffenen immer kritischer begleitet. In dem Vortrag wird die praktische Umsetzung in zum Teil sehr schwierigen Umfeldern dargestellt, Hinweise zu deren Lösung gegeben und anhand von Praxisbeispielen die erfolgreiche Umsetzung von Vorhaben erläutert. Dabei geht es um viel mehr als die lobbyistische Begleitung oder reine Öffentlichkeitsarbeit in solchen Projekten. Es werden Prozesse von ersten Überlegungen über Raumordnungsverfahren, Genehmigungsverfahren, Gestattungserwerb bis hin zur Umsetzung der Maßnahmen begleitet. (Prof. Dr.-Ing. Marcus Mattis, multi-utility consulting, Stuttgart)

12.00 Uhr "PIMS – Integritätsmanagement nicht molchbarer Rohrleitungen"

PIMS (Pipeline Integrity Management System) bezeichnet den Teil des Sicherheitsmanagementsystems eines Gastransportsystembetreibers, das den sicheren Betrieb von Rohrleitungen und deren Verfügbarkeit unter Berücksichtigung der gesetzlichen, regulatorischen, technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sicherstellen soll. Aufbauend auf den grundlegenden Anforderungen wird eine mögliche Implementierung eines PIMS vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf nicht-molchbaren Leitungen, deren Integritätsmanagement sich aufgrund der begrenzten Möglichkeiten zur Zustandsbewertung in Teilaspekten deutlich von dem molchbarer Leitungen unterscheidet. (Dr. Michael Brecht, Open Grid Europe, Essen)

12.45 Uhr Mittagspause

13.45 Uhr "Sanierungsmethoden für defekte Rohrumhüllungen"

In dieser Präsentation werden die verschiedenen Werkstoffe von Beschichtungen von Stahlrohren und deren Langzeitverhalten erörtert. Es werden die Anforderungen an einer geeigneten Sanierungsmethode für schadhafte Werksumhüllung dargestellt. Die Wahl des am besten geeigneten Sanierungssystems ist in Abhängigkeit von vielen Faktoren, wie z. B. Klima, Betriebstemperatur oder geographische Lage zu betrachten. Erfahrungsberichte von Sanierungsprojekten aus unterschiedlichen Regionen der Welt, geben einen zusätzlichen Einblick in die Thematik der Rehabilitierung von Rohrumhüllungen. (Dipl.-Ing. (FH) Christof Ströter, Denso GmbH, Leverkusen)

14.30 Uhr "Berechnung der Lebensdauer und Optimierung der Wartung von beschädigten Pipelines"

Mit der Software LOOP® kann die Lebensdauer von beschädigten Pipelines vorausberechnet werden. Hierdurch können kostenintensive Instandsetzungen besser geplant und reduziert werden. LOOP® basiert auf neuesten FEM-Methoden sowie Methoden der Bruchmechanik und eignet sich insbesondere für druck- und temperaturbeanspruchte Leitungen unterschiedlicher Abmessungen, wie für Erdgas-Pipelines, Erdöl-Pipelines, Produkten-Pipelines, Kraftwerksleitungen usw. (Dipl.-Ing. Christian Schrandt, TÜV NORD SysTec GmbH & Co. KG, Hamburg)

15.15 Uhr Kaffeepause

15.45 Uhr "'Small Scale ILI-Tools'-Inspektionsmolche für kleine Rohrdurchmesser"

Die Präsentation über die Merkmale von Inline Inspektionen von kleinen Pipelines befasst sich mit Small Scale-Tools, insbesondere für 3" bis 6" Pipeline-Durchmesser. Dafür werden unterschiedliche Inspektionen und Technologien wie z. B. Magnetic Flux Leakage (MFL), Ultraschall (UT) und Shallow Internal Korrosion (SIC) in Betracht gezogen. Darüber hinaus werden die besonderen Herausforderungen in Bezug auf Reibung, Versatz, Druck, Bauraum, Biegungen und Molch-Spezifikationen vorgestellt. Außerdem gibt die Präsentation Einblicke in die ROSEN ILI-Tool-Flotten für kleine Pipeline-Durchmesser und der empfohlenen Inspektionsstrategie. (Johannes Keuter, ROSEN Technology & Research Center GmbH, Lingen)

16.30 Uhr "Unkonventionelle Methoden zur Leckortung – TÜV Zertifizierte Detection Dogs"

Die Umgebungen von Pipelines sind oft eine Herausforderung für ein Inspektionsprogramm, vor allem für die Lecksuche. Die K-9 Detection Services-Dogs haben die Fähigkeit, einen breiten Bereich auf undichte Stellen bei „sehr geringen Konzentrationen“ und in „schwierigen Umständen“ (z. B. bei Schnee, im Wald oder auf gepflügten Feldern) zu überprüfen. Die Sniffer Detection Services-Dogs können die modernste Ausrüstung überlisten. (Roland Kemper/Guido Van Baelen, THE SNIFFERS NV/SA, Balen, Belgien)

17.15 Uhr Abschlussdiskussion


PROGRAMM 19. NOVEMBER

9.00 Uhr "Sicherheit von Gastransportleitungen – Deterministik vs. Probabilistik"

In Deutschland wird das Sicherheitskonzept für die Gastransportleitungen am Stand der Technik ausgerichtet. Es ist deterministisch geprägt. Auswirkungs- oder Risikoanalysen werden üblicherweise nicht durchgeführt. In anderen europäischen Ländern, z. B. in der Schweiz, sind noch die Auswirkungen von Ereignissen darzustellen und – bei großen potentiellen Schädigungen der Bevölkerung – quantitative Risikoanalysen verpflichtend. Vom Staat sind dort Beurteilungswerte für gesellschaftliche Risiken vorgegeben. Im Vortrag werden die verschiedenen Konzepte verglichen. (Professor Dr.-Ing. Jürgen Schmidt, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Karlsruhe)

9.45 Uhr "Sicherheit von Gastransportleitungen"

Der Bau von Gashochdruckleitungen zum Transport von Erdgas erfolgt in Deutschland nach dem aktuellen DVGW-Regelwerk. Nach dem BAM-Bericht und dem Beschluss des OVG Lüneburg zu möglichen Abstandsvorgaben werden zurzeit die Risiken von Transportleitungen diskutiert. In dem Vortrag wird ein mögliches Vorgehen für den zukünftigen Neubau von Gashochdruckleitungen in Deutschland diskutiert. (Dr. Michael Steiner, Open Grid Europe GmbH, Essen)

10.30 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr "Direct Pipe® – Trenchless: Direkte Verlegung von Pipelines und Stahlrohren"

Das Direct Pipe®-Verfahren ist für die Verlegung von Rohrleitungen aus Stahl in allen Geologien geeignet, weil das Bohrloch im Gegensatz zum HDD permanent gestützt wird. Die Technologie wurde entwickelt, um Rohrleitungen mit einem Durchmesser von 30"(Ø = 762mm) bis 60" (Ø = 1422mm) zu installieren. Das Verfahren ist vergleichbar mit dem Rohrvortrieb, bei dem mittels einer Microtunnellingmaschine kurze Betonrohre geschoben werden. Die ersten 32 Projekte zeigten, dass Direct Pipe durch die hohen zu erzielenden Verlegegeschwindigkeiten im Vergleich mit den bestehenden Verfahren konkurrenzfähig ist. (Diana Pfeff, Herrenknecht AG, Schwanau)

11.45 Uhr "Sicherheitsbeiwerte und Sicherheitsbetrachtung von Pipelines im internationalen Vergleich"

Der Vortrag gibt anhand ausgewählter Länder einen Einblick in die rechnerische Auslegung von Pipelines auf Basis unterschiedlicher Regelwerke und vergleicht verschiedene Sicherheitsbetrachtungen. (Christian Engel, TÜV NORD Systems GmbH & Co. KG, Essen)

12.30 Uhr Mittagspause

13.30 Uhr "Intelligente Molche – Neue Entwicklungen"

Intelligente Molche sind ein wertvolles Hilfsmittel, um die Daten zu messen, die für die Bewertung der Integrität von Pipelines notwendig sind. Der Vortrag gibt einen Überblick über den letzten Stand intelligenter Molche für Geometrie-, Korrosions-/Wanddickenmessung und Rissprüfung mit unterschiedlichen Technologien (mechanische Abtastung, Magnetstreufluß, axial bzw. in Umfangs- oder Spiralrichtung, Ultraschall mit Senkrecht- oder Schrägeinschallung, EMAT). Der Schwerpunkt des Vortrages liegt bei Techniken für „molchbare Leitungen“. (Ulrich Schneider, NDT Systems & Services GmbH & Co. KG, Stutensee)

14.15 Uhr "Leckerkennung in Rohrleitungen – ein Überblick verschiedener Lecksuch-Methoden"

Die GOTTSBERG Leak Detection GmbH & Co. KG hat sich auf die Entwicklung und Produktion von Lecksuch-Molchen für Pipelines spezialisiert. Die neueste Generation an Leck-Detektoren ist eines der technisch führenden Produkte auf dem Markt. Ziel war es, einfache Handhabung mit absoluter Zuverlässigkeit zu verbinden. (Rene Landstorfer, GOTTSBERG Leak Detection GmbH & Co. KG, Hamburg)

15.00 Uhr Abschlussdiskussion

Kontakt:

www.tuev-nord.de/Pipeline-Symposium

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