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GW 28 Entwurf „Beurteilung der Korrosionsgefährdung durch Wechselstrom bei kathodisch geschützten Stahlrohrleitungen und Schutzmaßnahmen; textgleich mit AfK-Empfehlung Nr. 11“

Entwurf, Ausgabe 4/2013, Einspruchsfrist: 31.07.2013

Das technische Komitee G-TK-1-10 Außenkorrosion und die Arbeitsgemeinschaft für Korrosionsfragen (AfK) haben beschlossen, eine Reihe von AfK-Empfehlungen in den Status eines DVGW-Arbeitsblattes zu überführen und als Gelbdrucke zu veröffentlichen. Damit wird die Wichtigkeit des AfK-Regelwerkes verdeutlicht. Ziel ist es, wichtige AfK-Empfehlungen dem Regelsetzungsprozess gemäß DVGW Geschäftsordnung GW 100 zu unterziehen. Es handelt sich dabei um folgende Entwürfe:

- DVGW-Arbeitsblatt GW 20 Kathodischer Korrosionsschutz in Mantelrohren im Kreuzungsbereich mit Verkehrswegen Produktrohre aus Stahl im Vortriebsverfahren - Textgleich mit der AfK-Empfehlung Nr. 1

- DVGW-Arbeitsblatt GW 21 Beeinflussung von unterirdischen metallischen Anlagen durch Streuströme von Gleichstromanlagen - Textgleich mit der AfK-Empfehlung Nr. 2

- DVGW-Arbeitsblatt GW 22 Maßnahmen beim Bau und Betrieb von Rohrleitungen im Einflussbereich von Hochspannungs-Drehstromanlagen und Wechselstrom-Bahnanlagen - Textgleich mit der AfK-Empfehlung Nr. 3 und der Technischen Empfehlung Nr. 7 der Schiedsstelle für Beeinflussungsfragen (SfB)

- DVGW-Arbeitsblatt GW 24 Kathodischer Korrosionsschutz in Verbindung mit explosionsgefährdeten Bereichen - Textgleich mit der AfK-Empfehlung Nr. 5

- DVGW-Arbeitsblatt GW 27 Verfahren zum Nachweis der Wirksamkeit des kathodischen Korrosionsschutzes an erdverlegten Rohrleitungen - Textgleich mit der AfK-Empfehlung Nr. 10


- DVGW-Arbeitsblatt GW 28 Beurteilung der Korrosionsgefährdung durch Wechselstrom bei kathodisch geschützten Stahlrohrleitungen und Schutzmaßnahmen - Textgleich mit der AfK-Empfehlung Nr. 11

Der Inhalt dieses Entwurfes GW 28 spiegelt das gemeinsame Verständnis (fachlicher Bearbeitungsstand 2011) unter den für Beeinflussungsfragen und Korrosionsschutz zuständigen Fachleuten aus den der AfK zugehörigen Verbänden wider. Im Zusammenhang mit der bevorstehenden europäischen Norm DIN EN 15280 muss erwähnt werden, dass dieses Arbeitsblatt nicht im Widerspruch zu dieser Norm steht. Das Arbeitsblatt ist in sich als geschlossenes Dokument zu sehen, welches praxisorientierte Hinweise gibt und die DIN EN 15280 konkret auf die nationalen Bedürfnisse spezifiziert.

Ein vertieftes Verständnis der beteiligten Prozesse der Wechselstromkorrosion, unter Einfluss des kathodischen Korrosionsschutzes, hat aber über längere Zeit gefehlt. Erst aufgrund jüngerer Labor- und Felduntersuchungen war es möglich, ein Modell zu entwickeln, das in der Lage ist, alle bisherigen empirischen Beobachtungen zu erklären. Insbesondere betrifft dies die Befunde zum Einfluss des kathodischen Schutzniveaus auf die Wechselstrom-Korrosionsgefährdung. Die aktuellen Modellvorstellungen erklären dann auch die Schutzkriterien, unter deren Einhaltung die Korrosionsgeschwindigkeit auf ein technisch akzeptierbares Maß verringert werden kann. Mittels umfangreicher Feldversuche konnten die dem Modell zugrunde liegenden Schutzkriterien in der Praxis bestätigt bzw. überprüft werden.

Die Felduntersuchungen zeigten außerdem, dass eine Verringerung der Korrosionsgeschwindigkeit auf technisch vernachlässigbare Werte < 0,01 mm/a, wie in DIN EN 12954 als Kriterium für die Anwendung des kathodischen Korrosionsschutzes angegeben, bei Wechselspannungsbeeinflussung nicht gewährleistet werden kann. In diesem Arbeitsblatt wird daher bei Einhaltung der genannten Kriterien bewusst der Begriff "technisch akzeptierbare Korrosionsgeschwindigkeit" (Korrosionsgeschwindigkeit < 0,03 mm/a) gewählt.

Für die praktische Anwendung einzelner Kriterien werden Mittelwerte empfohlen, die mit einer maximal zulässigen Standardabweichung verknüpft sind. Die Werte wurden aus den Daten der Feldversuche abgeleitet und entsprechen den vorgefundenen Rahmenbedingungen. Es ist daher möglich, dass sich mit zunehmender Praxiserfahrung Anpassungsbedarf der statistischen Größen ergibt.

An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass zurzeit Forschungstätigkeiten zu der Umsetzung von Maßnahmen zur Verminderung der Wechselstrom-Korrosionsgefährdung durchgeführt werden, so dass in naher Zukunft weitere Erkenntnisse in das Arbeitsblatt einfließen werden. Die Veröffentlichung wurde jedoch zum jetzigen Zeitpunkt als sinnvoll erachtet, um dem Anwender, auch in Bezug auf die bevorstehende europäische Norm DIN EN 15280, die bisherigen wichtigen Erkenntnisse nicht unnötig vorzuenthalten.

Einspruchsfrist: 31.07.2013

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