3R
Pilotprojekt der Amprion GmbH im nordrheinwestfälischen Raesfeld umgesetzt durch die Köster GmbH Foto: Köster GmbH, Osnabrück

Erdkabel statt Freileitung

Die Bundesregierung hat in Sachen Netzausbau eine Entscheidung getroffen: Künftig sollen mehr Leitungen mit Erdkabeln gebaut werden. Die Bundesregierung will so die Akzeptanz für den Netzausbau in der Bevölkerung stärken. Allerdings entstehen dadurch hohe Mehrkosten.

Die Änderung im Leitungsbau haben die Regierungsparteien im Juli 2015 beschlossen. Nun soll der gesetzliche Rahmen dafür geschaffen werden.

Erdkabel für Gleichstrom, Freileitungen für Wechselstrom

Der Netzausbau soll schneller vorangehen und braucht dafür die Akzeptanz vor Ort. Dort, wo Menschen wohnen, sind künftig Höchstspannungstrassen, die als Gleichstromleitungen geplant sind, verboten. Sie sollen als Erdkabel im Boden verlegt werden. Wechselstrom-Leitungen bleiben dagegen weiterhin größtenteils Freileitungen. Das hat technische Gründe, denn es gibt noch zu wenig Erfahrung mit Erdkabeln bei Wechselstrom-Trassen. Die Anzahl von Pilotvorhaben in diesem Bereich wird jedoch nochmals erhöht.

Ausbaupläne an aktuelle Entwicklungen anpassen

Das Bundeskabinett hat jetzt eine Formulierungshilfe für die Regierungsfraktionen beschlossen, die den Entwurf zum "Änderungsgesetz von Bestimmungen des Recht des Energieleitungsbaus" ergänzen soll. Der Vorschlag sieht auch vor, den Bundesbedarfsplan auf Basis des aktuellen Netzentwicklungsplans zu aktualisieren. Darin hat die Bundesnetzagentur nur diejenigen Leitungen bestätigt, die nach ihren eigenen Berechnungen zwingend notwendig sind. Überdies sollen Anfangs- und Endpunkt der Süd-Ost-Trasse verändert werden. Geplant wird sie zukünftig vom Anfangspunkt Wolmirstedt zum Endpunkt Isar.

Stand des Netzausbaus

Den Bericht zum Stand des Netzausbaus nach dem Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) hat das Bundeskabinett ebenfalls zur Kenntnis genommen. Aktuell sind von den Vorhaben ein Viertel der Leitungskilometer gebaut - etwa 500 Kilometer. Es bleibt wichtig, den Netzausbau zügig zu betreiben, um dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz gerecht zu werden.

Fachbeitrag zum Thema aus 3R, Ausgabe 3-2015

Gelangen Sie hier zum aktuellen Fachbeitrag "Moderne Kabelschutzrohrsysteme für die Energiewende" von Nico Schlenther, erschienen in der 3R, Ausgabe 10-11. Der Autor beschreibt die Aufgaben und Funktionen moderner Kabelschutzrohrsysteme. Als Beschreibungsprojekt wird dabei die Erdverlegung einer 380-kV-Trasse zu einem Kraftwerk im Kölner Raum herangezogen.

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