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Als Rohrmaterial für den Unterbau der Friedrich-Ebert-Straße fiel die Wahl auf langlebige und hoch belastbare GFK-Rohre

GFK-Rohre für Potsdams Hauptschlagader

Vor der Kulisse des Stadthauses wird ein GFK-Schacht in die Baugrube gehoben

Die Friedrich-Ebert-Straße ist seit mehr als 100 Jahren die Hauptverkehrsachse durch das Zentrum der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam. Ausgelöst durch einen Neubau der Straßenbahnhaltestellen vor dem Potsdamer Rathaus, kam es 2013/14 zu einem Komplett-Umbau der hochfrequentierten zweispurigen Straße, der nicht nur Fahrbahnen und Straßenbahngleise betraf, sondern auch eine Neuverlegung der überalterten Leitungs-Infrastruktur im Untergrund zum Gegenstand hatte. In diesem Rahmen wurden auch 1145 m GFK-Abwasserrohre des Systems FLOWTITE der Amiantit Germany GmbH in den Dimensionen DN 400 und 800 sowie die dazugehörigen GFK-Schächte eingebaut. Bau ausführendes Unternehmen war die Berliner Niederlassung der Max Bögl Stiftung & Co. KG.Die Friedrich-Ebert-Straße vor dem historischen Potsdamer Rathaus gehört zu den Straßenquerschnitten mit der höchsten Verkehrsdichte in Potsdam. Das betrifft nicht nur PKW und LKW, sondern ebenso Fußgänger und nicht zuletzt die Nutzer des öffentlichen  Nahverkehrs: Die nicht behinderten-gerechte Straßenbahnhaltestelle vor dem Rathaus war in den letzten Jahren zu einem chronischen Problemfall nicht nur für die Fahrgäste, sondern auch für den vorbei fließenden Straßenverkehr geworden: Ein Neubau dieser Haltstelle nach modernen Komfort- und Sicherheitsstandards war unausweichlich geworden. Da auch die unterirdische Rohrleitungsinfrastruktur unter der Friedrich-Ebert-Straße bekanntermaßen überaltert war, setzten sich die Stadt Potsdam, der VIP Verkehrsbetrieb Potsdam und Energie und Wasser Potsdam folgerichtig an einen Tisch und planten einen im Wortsinne tiefgreifenden Neubau der gesamten Straße.Dieser umfasste neben dem Neubau von Fahrbahnen, Gehwegen und der Straßenbahntrasse auch die Erneuerung der Gas-, Trinkwasser- und Stromleitungen, der Telekommunikationskabel sowie der Abwasserentsorgung - zwangsläufig jeweilig samt der notwendigen Hausanschlüsse: Ein gigantisches Bauvorhaben für die Landeshauptstadt. Dementsprechend lag der planerische Hauptaufwand nicht allein auf der Planung der eigentlichen Baumaßnahmen, sondern in der Organisation. Es galt einerseits die Bauzeit so knapp wie möglich zu halten und unterdessen die Behinderung von Verkehr, Ver- und Entsorgung auf das unvermeidliche Minimum zu beschränken. Letzteres gelang durch Verkehrs-Bypässe über benachbarte Straßenzüge recht gut, wie die erfolgreiche Abwicklung der Maßnahme ab März 2013 gezeigt hat. Der tiefste Eingriff in den Fahrbahnquerschnitt der Neubau der Mischwasser-Kanalisation - diese ist gemäß dem geltenden Regelwerk prinzipiell die am tiefsten zu verlegende technische Infrastruktur und quasi die Voraussetzung für alles Weitere. Andererseits war die Kanalisation damit ihrerseits allen statischen Lasten ausgesetzt, die während der übrigen Bauphasen von oben her einwirkten. Dieser Zusammenhang hatte Auswirkungen bis hin zur Materialwahl. Dass die Planer sich entscheiden, das Mischwassersystem im Rohrwerkstoff GFK (Glasfaser-verstärkter Kunststoff) auszuschreiben, hat auch mit den hervorragenden, vielfach bestätigen Widerstandsfähigkeit dieses elastischen Werkstoffes gegen kontinuierliche Verkehrslasten zu tun. In der Ausschreibung setzten sich die GFK-Wickelrohre des FLOWTITE-Systems der Amiantit Germany GmbH durch.

GFK als System: Schacht und Rohre im Verbund

Ein Argument „pro GFK“ mit entscheidendem Gewicht für die Potsdamer Planer war die exzellente Resistenz des Werkstoffs gegen Korrosion und Abrieb, kurz, die extrem lange Lebenserwartung von GFK im Dauerbetrieb. Die neuen Rohre unter der Friedrich-Ebert-Straße dürften nach vernünftiger Erwartung weit länger halten als die Fahrbahnen und Gleise über ihnen. Ein anderer Pluspunkt von GFK machte sich bei der Bauabwicklung bezahlt. Das deutlich geringere Metergewicht gegenüber mineralischen Rohrwerkstoffen lässt zum einen den Einbau größerer Rohrlängen auch im größeren Nennweiten-Bereich (wie etwa jeweils 6 m DN 300, 400 und 800 in Potsdam) ohne Spezialgerät zu und führt zum anderen zu einer spürbaren Beschleunigung der Verlege-Prozesse. Bei einer zeitlich derart eng getakteten Baustelle wie der in der Friedrich-Ebert-Straße schlug das natürlich besonders positiv zu Buche. In Potsdam hatte das leichtere Handling noch eine weitere, sehr wichtige Konsequenz. Da die Straßenbahntrasse während der Bauphase stets einspurig im Betrieb blieb, waren dem Bewegungsspielraum von Baumaschinen nach oben, zur Stromleitung hin, enge Grenzen gesetzt. Die leichten GFK-Rohre jedoch konnten problemlos mit besonders klein dimensionierten Geräten verlegt werden, was mit anderen Werkstoffen kaum möglich gewesen wäre. -Werkstoff-“System“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass FLOWTITE nicht nur hochwertige, dauerbelastbare Rohre liefert (in Potsdam exakt 570 m DN 300/400 und 575 m DN 800), sondern auch ein dazu voll kompatibles Sortiment von GFK-basierten Schächten und Sonderbauwerken, mitsamt der notwendigen Zubehörteile wie GFK-Bauwerkskupplungen. Im Potsdamer Großprojekt etwa schaffen ab sofort zehn GFK-Schächte DN 1500 bzw. DN 1800 Zugang zum neuen Mischwassersystem. Dass das gesamte Projekt „Umbau der Friedrich-Ebert-Straße“ bis Ende November 2014 zeitlich voll im Plan lag, daran sind somit die FLOWTITE-GFK-Rohre und Schächte nicht unerheblich beteiligt. Bögl-Bauleiter Dipl.-Ing. Martin Menger beeindruckte aus der Perspektive des erfahrenen Bau-Praktikers, dass sich die GFK-Wickelrohre durch ein vergleichsweise einfaches Handling auszeichneten. Für die Zukunft stellen sie zuverlässig sicher, dass man sich um den infrastrukturellen Unterbau von Potsdams neuer Hauptverkehrsachse zumindest in Sachen Abwasser so schnell nicht mehr kümmern muss.

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