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Energiewirtschaft und Forschung planen Fracking-Studie

Die Bevölkerung ist skeptisch, Experten sehen in der Erdgasförderung per Fracking aber enormes Potenzial. Die Energieversorgung kann gesichert und die Preise können gesenkt werden. Wird eine geplante Studie aber die Bedenken an der Technologie ausräumen?

Energiewirtschaft und Wissenschaft in Deutschland planen eine gemeinsame Studie, um Bedenken an der Erdgasförderung mit der umstrittenen Fracking-Methode zu entkräften.
Untersucht werden müsse der Einfluss auf Grundwasser und Boden und die Wahrscheinlichkeit von Erschütterungen an der Oberfläche, sagte der Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Prof. Hans-Joachim Kümpel, nach einer Fachtagung am 25. Juni 2013 in Hannover. „Unter Beachtung sämtlicher Vorschriften halten wir ein umweltverträgliches Fracking für möglich.“

Die Fracking-Technologie habe die in sie gesetzten Erwartungen weit übertroffen, sagte der BGR-Chef. Die Gewinnung von Erdgas aus großer Tiefe könne die Energieversorgung und die Energiepreise sowie die Klimabilanz in Deutschland positiv beeinflussen.

10 bis 20 % des heimischen Bedarfs an Erdgas könne per Fracking abgedeckt werden, und dies über einen Zeitraum von sicher 100 Jahren. Bis 2015 solle eine BGR-Studie Aufschluss über das Potenzial in Deutschland liefern. Bisher wird von einer förderbaren Menge von 1,3 Billionen Kubikmetern Schiefergas ausgegangen, was nach BGR-Angaben aber auf groben Schätzungen beruht.

Beim Fracking werden mit hohem Wasserdruck tiefliegende Gesteinschichten aufgeknackt, so dass in Poren gelagertes Gas gefördert werden kann. Um die Fließfähigkeit zu erhalten, werden dazu auch Chemikalien verwendet. Das Verfahren wird seit Jahren genutzt. Neuerdings wollen Energiekonzerne nicht nur in Sandsteinformationen fracken, sondern das Verfahren auch in höhergelegenen Schiefergasschichten anwenden.

Die Geo-Experten halten dafür ein Fracking-Gesetz, wie es Anfang des Monats im ersten Anlauf geplatzt ist, angesichts bestehender Vorschriften zwar für überflüssig. Solange die Politik ihre Regelungswünsche aber nicht gesetzlich fixiert habe, hielten sich Unternehmen mit der Erkundung möglicher Schiefergasvorkommen zurück.

„Wenn am Ende nicht die Möglichkeit der Förderung besteht, wird keiner Geld in die Hand nehmen“, meinte der Leiter der BGR-Abteilung Grundwasser und Boden, Michael Kosinowski. „Wir sind in Deutschland gut beraten, die Technologie weiterzuentwickeln“, betonte er. „Wenn wir zu einem grünen Fracking kommen ist das auch etwas, was wir exportieren können.“

Angesichts der Skepsis in der Bevölkerung bemühe die Industrie sich bereits, Umfang und Zahl der eingesetzten Chemikalien beim Fracking zu reduzieren, sagte Kümpel. Eine Beeinträchtigung des Grundwassers sei bei sorgfältigem Vorgehen auszuschließen, es sei denn, dass Chemikalien nach einem Unfall über Tage in das Wasser eindringen.

In der Debatte um das Fracking beklagte Kümpel eine mangelnde Sachkenntnis bei manchen Beteiligten. Eine Bewertung der Technologie müsse in der Hand von Fachleuten liegen.

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