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Europäische Forschungskooperation vereinbart – Fokus auf Gasinnovationen und Nachhaltigkeit

Der niederländische Forschungsverbund EDGaR (Energy Delta Gas Research) und der DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches haben eine Forschungskooperation zum ThemenfeldErdgas und Nachhaltigkeit vereinbart.

Die beiden Partner wollen ein Forschungsprogramm auf den Weg bringen, das dazu beiträgt, Europas führende Rolle beim „greening of gas“ zu festigen. Die Flexibilität der modernen Gasinfrastruktur bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien trägt hierzu maßgeblich bei. Das europäische Ziel, die Emission von Treibhausgasen zu verringern, ist ohne internationale Kooperation nicht zu erreichen. Auch die Energiewende in Deutschland braucht zur Umsetzung eine solche Kooperation. "Es ist undenkbar, Forschung isoliert zu betreiben", erklärte Prof. Dr. Catrinus Jepma, Wissenschaftlicher Direktor von EDGaR. "Man muss kontinuierlich zusammenarbeiten. Deutschland als größter Nachbar der Niederlande ist für uns der natürliche Partner.”

Der DVGW bewertet diese Kooperation ebenfalls als zielführend, da man in den Niederlanden über mehr als ein halbes Jahrhundert Erfahrung bei der Gewinnung, dem Transport und der Verteilung von Erdgas verfügt. "Beide Länder sollten gemeinsam nach einem Weg suchen, wie man das Gas auf die nächste Stufe bringt. Dieser Weg wird nicht allein über den Wärmemarkt führen. Gas wird sich zu einer wichtigen Energiequelle bei der Stromerzeugung, bei der Produktion von Rohstoffen und im Mobilitätssektor entwickeln", erklärte DVGW-Vizepräsident Dr. Jürgen Lenz.

Ein europäisches Forschungsprogramm
Ein neues Forschungsprogramm kann dazu beitragen, die 20-20-20-Ziele der Europäischen Union zu erreichen. Hierzu soll der Anteil der erneuerbaren Energien erhöht sowie der Energieverbrauch und die Emission von Treibhausgasen gesenkt werden. Als flexibel einsetzbarer Energieträger ist Gas ein Wegbereiter für erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie und erneuert sich selbst durch die Integration von Bio-Erdgas oder Wasserstoff.
Das Forschungsprogramm, das einem gemeinsamen Ansatz folgt, umfasst die gesamte Gas-Wertschöpfungskette auch in ihrem Zusammenwirken mit der Strominfrastruktur. Der europäische Energiemarkt wächst immer mehr zusammen, die Zukunft der erneuerbaren Energien kann nur in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit liegen. In dieser Hinsicht haben der DVGW und EDGaR mit der Idee eines europäischen Forschungsprogramms zu den Themen Erdgas und Nachhaltigkeit die Initiative ergriffen. Eine darüber hinaus gehende Zusammenarbeit mit weiteren Forschungspartnern ist angestrebt.

Die Europäische Kommission hat im Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (Horizont 2020) anerkannt, dass die von EDGaR und DVGW gesetzten Schwerpunkte, wie Systemintegration und die Rolle von Erdgas als Wegbereiter erneuerbarer Energien, zugleich die Kernthemen Europas sind. "Die Einführung erneuerbarer Energien mit Subventionen zu erleichtern, ist eine Sache, mit der schwankenden Verfügbarkeit dieser Energiequellen umzugehen aber eine ganz andere", erklärte Jepma. "Gas wird in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle spielen."

Kooperationsprojekte
Der DVGW und EDGaR haben diskutiert, wie sie bei neuen Forschungsinitiativen eng zusammenarbeiten können. Wissenschaftler beider Organisationen werden zum Thema Gasqualität kooperieren. Sie arbeiten an neuen Messverfahren für verschiedene Gaskomponenten in den Gasnetzen der Zukunft. Außerdem versuchen sie die Auswirkung einer neuen Gasqualität auf Hauptgasleitungen, Rohrleitungen und Knotenpunkte in der Infrastruktur zu bestimmen.
Darüber hinaus werden sie in den Bereichen intelligente Netze, Informations- und Kommunikationstechnologien zusammenarbeiten, die ein dezentralisiertes Gasnetz für mehrere Produktionsstätten und Einspeisepunkte von Biogas ermöglichen. Und schließlich arbeiten die Wissenschaftler an der Integration von Gas- und Stromsystemen. Gas bleibt ein wichtiger Energieträger für die Produktion von Strom und hat gegenüber Kohle und Öl zahlreiche ökonomische und ökologische Vorteile.

Zur DVGW-Innovationsoffensive gehören 20 Projekte zur Rolle des Gases im Energiesystem, der Gasproduktion und -verarbeitung, des Netzmanagements und der Anwendungstechnologien. Im Programm von EDGaR arbeiten 250 Wissenschaftler an 30 Forschungsprojekten, die ein Gesamtinvestitionsvolumen von 42 Millionen Euro haben. Die Projekte befassen sich mit dem Übergang von Monogas auf Multigas, mit der Rolle des Gases im Gesamtenergiesystem und mit den sich verändernden Gasmärkten in Europa.

Hintergrund

EDGaR ist ein Konsortium von Unternehmen (Gasunie, GasTerra, Kiwa, Enexis, Liander und Stedin), Universitäten (Universität Groningen, Technische Universität Delft und Hanze University of Applied Sciences) und zwei Forschungsinstituten (ECN, TNO). Das Hauptbüro ist an die Universität von Groningen angebunden. EDGaR wird finanziert von den nordniederländischen Provinzen, dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Europäische Union), dem Wirtschaftsministerium der Niederlande und der Provinz Groningen.

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