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Gelsenwasser-Bilanz 2012: Erfolgreiches Geschäftsjahr mit robustem Ergebnis

Auf der Bilanzpressekonferenz der GELSENWASSER AG präsentierten der Vorstandsvorsitzende Henning Deters und Vorstand Dr. Dirk Waider einen zufriedenstellenden Geschäftsverlauf für 2012: „Unsere erfolgreichen Beteiligungen und Betriebsführungen sowie unsere Aktivitäten auf dem Gas- und Strommarkt sind wesentliche Gründe für diesen Erfolg. Eine weitere gute Nachricht: Der Wasserpreis bleibt 2013 im achten Jahr in Folge stabil.“

Die Bilanzdaten des GELSENWASSER-Konzerns für das Geschäftsjahr 2012 weisen bei den Umsatzerlösen mit 1.058,3 Mio. € eine Steigerung um 191,8 Mio. € (22 %) aus. Ursache hierfür ist fast ausschließlich das gestiegene Handelsvolumen im Energiebereich. Das Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit ist mit 64,2 Mio. € (2011 71,6 Mio. €) leicht rückläufig. „Wir weisen für 2012 einen Jahresüberschuss von 95,6 Mio. € aus, der damit weiterhin auf anhaltend gutem Niveau liegt.“, so Henning Deters. „Wir sind damit sehr zufrieden. Es zeigt sich, dass unsere Ertragskraft trotz schwieriger werdender Marktbedingungen robust ist.“

Wasserabsatz auf Vorjahresniveau • Investitionen in Wasserwerke

Der Wasserabsatz des GELSENWASSER-Konzerns lag 2012 mit 239,9 Mio. m³ stabil auf Vorjahresniveau. Dies ist hauptsächlich auf die Aktivitäten der NES in Frankreich zurückzuführen. „Die gute Nachrich für 2,3 Mio. Verbraucher lautet: Den Wasserpreis halten wir auch 2013 stabil. Die Entwicklung des Wasserpreises liegt damit seit acht Jahren deutlich unter der sonstigen allgemeinen Preisentwicklung“, so Deters.

Dr. Dirk Waider erläuterte: „Auch wenn wir erneut einen stabilen Wasserpreis vermelden können, das Thema Wasserpreis ist bundesweit in der Diskussion. Bundeskartellamt und Monopolkommission verbreiten immer wieder ihre Ansicht, Wasser sei zu teuer. Andererseits werden allerdings die öffentlich geäußerten Ansprüche an das Trinkwasser immer höher.“

GELSENWASSER legt seit Jahrzehnten großen Wert auf eine nachhaltige Trinkwassergewinnung. Daher erfolgt kontinuierlich eine Überwachung des Rohwassers. So können Stoffe, die im Gewässer auftreten, frühzeitig erkannt und es kann adäquat darauf reagiert werden. Gemeinsam mit den Partnern in Dortmund, Bochum und Essen investiert GELSENWASSER in die insg. elf Wasserwerke an der Ruhr mit einer Gesamtfördermenge Wasser von rd. 175 Mio. m³ im Jahr. Für insgesamt rd. 180 Mio. € erhalten die Werke aus Vorsorgegründen zusätzliche Aufbereitungsstufen (Adsorption, Entsäuerung, UV-Desinfektion). Dazu Dr. Waider: „Wir sind mit allen Projekten im Investitionsplan. Da wir im Vollbetrieb agieren müssen, geht es nicht schneller als 2018/19, um Versorgungssicherheit und Qualität uneingeschränkt auch während der Bauzeit garantieren zu können.“

Gefahr durch Fracking nicht gebannt

Das Thema Fracking bleibt weiter ungelöst, die Risiken für das Trinkwasser werden auch durch einen Gesetzentwurf im Bund nicht gebannt. Dazu Henning Deters: „Gerade hier in NRW beschäftigt uns das Problem der Bergbaugebiete. Schon heute werden 15 Millionen m³ Tiefenwasser aus den alten Gruben in die Ruhr gepumpt. Sollte hier Frackflüssigkeit hinzukommen, entsteht ein unabwendbarer Schaden. Insgesamt ist der Verbleib bzw. die Aufbereitung des sogenannten Flowback, also des Tiefenwassers gemischt mit Frackflüssigkeit, ungelöst.“ Deters wies außerdem darauf hin, dass im Gesetzesentwurf nur die konkreten Wasserschutzgebiete, nicht jedoch die Wassereinzugsgebiete vom Fracking ausgenommen sind. Das bedeute z. B. an der Ruhr, aus der Trinkwasser für vier Millionen Menschen gewonnen wird, dass nur 8 % der Fläche des Flusseinzugsgebietes geschützt wären.

EU-Konzessionsrichtlinie: Mehraufwand ohne Mehrwert

Mit einer Konzessionsrichtlinie will die EU auch im Bereich der Wasserversorgung Wettbewerb einführen. Deters wies darauf hin, dass Deutschland damit ein Wettbewerbsmodell übergestülpt werden, ohne tatsächliche Verbesserungen erreichen zu können. Beste Qualität, extrem hohe Versorgungssicherheit, guter Zustand der Infrastruktur und faire Preise seien die Markenzeichen der deutschen Wasserversorgung. Vor der Gleichung mehr Wettbewerb – niedrigerer Preis warnte Deters: „Wie soll das funktionieren? Wie soll es da bei gleichbleibendem Standard zu Preissenkungen kommen? Wer so etwas realisieren will, wird dann gezwungen sein, an der Qualität zu sparen, Investitionen herauszuschieben, Dienstleistungsangebote einzuschränken, die Mannschaft auf das Notwendigste zu reduzieren.“ Daher fordere GELSENWASSER die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, die Wasserversorgung komplett aus der EU-Konzessionsrichtlinie herauszunehmen. „Was für Glücksspiel möglich ist, sollte auch für den Kern der Daseinsvorsorge, das Lebensmittel Nr. 1, möglich sein“, so Deters.

Geschäftsfeld Energie legt weiter zu

Mit 23.423 Mio. kWh ist der Gasverkauf des GELSENWASSER-Konzerns 2012 um 45,9 % (7.366 Mio. kWh) gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Mehrabsatz resultiert aus dem Ausbau der zentralen Gasbeschaffung sowie der Ausweitung der Gashandelsaktivitäten. Die um den Zentraleinkauf bereinigten Gaserlöse erhöhten sich um 8,3 Mio. € (4,4 %).

Der Stromverkauf ist durch den Verkauf der Anteile an den Stadtwerken Oranienburg im Vergleich zu 2011 mit 146,2 Mio. kWh rückläufig (-79,4 Mio. kWh). Operativ ist ein leichtes Plus durch einen mengen- und preisbedingten Anstieg von 6,8 Mio. € zu verzeichnen.

GELSENWASSER will vor Ort in der Region einen Beitrag zur Energiewende bringen. „Wir sehen einen klaren Vorteil in der dezentralen Energieerzeugung“, berichtete Dr. Waider. „In der dezentralen Nutzung erneuerbarer Energien sowie der effizienten Nutzung in KWK-Anlagen liegt unserer Ansicht nach der Schlüssel einer erfolgreichen Umstrukturierung unserer Energieversorgung.“ Konkrete GELSENWASSER-Projekte sind z. B. die Beteiligung an Windparks in der Region und die Ausweitung des Energieeinspar-Contracting-Programms. Dabei investiert das Unternehmen in energetisch optimierte Anlagen und der Kunde nutzt die neue Anlage, ohne selbst zu investieren.

„In gemeinsamen Gesellschaften mit Kommunen liegt eine gute Möglichkeit, eine nachhaltige Energieversorgung mit regenerativen Energien und effizienten Energieanwendungen zu erreichen. Die gemeinsam mit der Stadt Olfen gegründete GENREO ist dafür ein Beispiel, wie das auch in anderen Kommunen funktionieren kann.“

Kerngeschäft gestärkt • Grünes Licht im Münsterland

Die GELSENWASSER Energienetze GmbH (GWN) konnte mit den drei niederrheinischen Kommunen Weeze, Hamminkeln und Issum die Gaskonzessionen verlängern. Die paritätisch gehaltene Beteiligungsgesellschaft Stadtwerke Kaarst hat den Zuschlag für den Stromkonzessionsvertrag mit der Stadt erhalten. SWK ist Eigentümerin des Gasnetzes, das die GWN gepachtet hat.

Die Gemeinde Hünxe hat der gemeinsamen Tochtergesellschaft die Stromkonzession zugesprochen. Dies wird zum Anlass genommen, nun alle Aktivitäten in Gemeindewerken zu bündeln.

„Im Münsterland sind wir dabei, mit acht Kommunen eine gemeinsame Gesellschaft aufzubauen. Das OLG Düsseldorf hatte den Antrag des Mitbewerbers RWE gegen das Vergabeverfahren zurückgewiesen, der Weg ist also frei“, berichtete Waider.

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