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Kunststoff in die Kanalleitungen

Stadt Elmshorn gibt dieses Jahr fast 700 000 Euro für 1,3 Kilometer "Inlinersanierungen" aus. Köhnholz und Langelohe sind die größten Baustellen.

Auf Köhnholz sind die Tiefbauarbeiter bereits am Werk, auf Langelohe geht es in den kommenden Tagen los: In Elmshorn werden dieses Jahr 1,3 km alte Kanalleitungen im sogenannten "Inlinerverfahren" saniert. Insgesamt investiert die Stadtentwässerung Elmshorn 695.000 Euro in fünf derartige Projekte im Stadtgebiet.

Bei dem "Inlinerverfahren" handelt es sich um eine kostengünstige und den Straßenverkehr nur gering behindernde Kanalsanierung - im Vergleich zur traditionellen Methode: Es wird in die alten Leitungen ein Kunststoff geblasen, der später verhärtet und dann zu einem Rohr im Rohr wird. Lediglich an den Schächten müssen die Spezialfahrzeuge für diese Arbeiten auf oder an der Straße stehen, weitere Behinderungen gibt es nicht. Die Lebensdauer eines derart sanierten Kanals wird von Experten auf mindestens 50 Jahre taxiert.

Auf Langelohe wird jetzt der Regenwasserkanal auf einer Länge von 116 m zwischen dem Kreisel und der Firma Steier Plastik mit Hilfe einer Inlinerschlauchsanierung instand gesetzt. Untersuchungen während einer Inspektion mit Kameras hatten ergeben, dass der Kanal durch Längs- und Querrisse sowie Wurzeleinwuchs stark beschädigt ist. Dennoch ist die einfachere Inliner-Methode noch möglich. In der Verlängerung des Kanals zwischen Berufsschule und Mühlendamm/Steindamm ist dagegen der Zustand derart schlecht, dass hier später die Straße aufgebrochen und ein neuer Kanal verlegt werden muss.
Die jetzigen Arbeiten sollen Ende September beendet sein. Das Projekt dauert so lange, weil zuvor der Kanal gründlich gereinigt und die Grundstücksanschlüsse überprüft und ausgebessert werden müssen. Das eigentliche "Einblasen" des neuen Kunststoffrohres ist in nur wenigen Tagen vollbracht.
Die Arbeiten werden von zwei vorhandenen Schächten aus auf einem Pflanzbeet am Kreisel direkt vor der Bäckerei sowie am Geh- und Radweg am Rande des Steier-Firmengeländes vorgenommen. Die Kosten betragen etwa 100.000 Euro.
Mit etwa 450.000 Euro wesentlich teurer wird die deutlich umfangreiche Inlinersanierung auf Köhnholz. Dort werden vorbereitend bereits seit längerem in offener Bauweise völlig marode Grundstücksanschlussleitungen ersetzt. Auf Köhnholz und in der Westerstraße wird der Mischwasserkanal auf einer Länge von 960 m zwischen dem Heidmühlenweg ("Südpol") und der Blücherstraße saniert.

Insgesamt 124.800 Euro sind für Sanierungen von drei weiteren Kanalstrecken eingeplant. Dabei geht es um Schmutzwasserleitungen am Adenauerdamm (62 m bis Hermann-Ehlers-Weg), in der Plinkstraße westlich des Adenauerdamms ( 71 m) und um die Wilhelmstraße (112 m ab Köhnholz).

Noch ein Vergleich: Nur die derzeit laufende Erneuerung von 1,1 km Regen- und Schmutzwasserkanalisation in der Morthorststraße kostet gut eine Million Euro mehr als die insgesamt 1,3 km langen Inlinersanierungen. Das Verfahren konnte aufgrund der schweren Schäden weder in der Morthorststraße, noch bei der laufenden Kanalsanierung in der Siedlung im Norden der Stadt angewendet werden.

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