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Russische Nord Stream-Pipeline erreicht Tschechien

Der durch Tschechien führende Teil der Gazprom-Erdgaspipeline Nord Stream wird am 14. Januar in Betrieb genommen.

Zwar ist "Gazela", der durch Tschechien führende Teil der Nord-Stream-Pipeline, als eine Transitleitung konzipiert worden, die russisches Erdgas nach Bayern liefern soll, aber dank vier Anschlussstellen an das tschechische Gaspipelinesystem wird sie erlauben auch das Transitland mit dem Gas zu beliefern. Das kann vor allem in einem solchen Fall von Bedeutung sein, wenn es wieder - wie 2009 - zur Unterbrechung der Gaslieferungen über die Ukraine kommen sollte.

Mit 104 Milliarden Kubikmeter liefen 2011 über 80 % der Gazprom-Lieferungen in die EU über die Ukraine. Durch den ersten Strang der Nord-Stream-Pipeline von Russland durch die Ostsee nach Deutschland ging der Transit von russischem Gas durch die Ukraine nach Westen schon um mehr als 21 % zurück. Dabei sind die Auswirkungen des seit Anfang Dezember voll funktionierenden zweiten Nord-Stream-Strangs noch nicht einmal berücksichtigt.

Binnen zehn Jahren rentiert
Die von der tschechischen RWE-Tochter Net4Gas erbaute Gazela knüpft an die im Juli 2011 in Betrieb genommene, deutsche Pipeline OPAL an, die von Lubmin bei Greifswald an der Ostsee (wo Nord Stream endet) bis nach Olbernhau in Südsachsen führt. Im Oktober des vorigen Jahres wurde die Leitung mit der neuen tschechischen Übergabestation in Brandov verbunden. Von dort verläuft das Rohr schon als Gazela bis nach Weidhaus in Bayern.
Beide Pipelines haben 1,4 m Innendurchmesser. OPAL ist 470, Gazela 166 km lang. Der Bau des tschechischen Rohrs begann 2010 und ging im Vorjahr zu Ende. Die neue Pipeline überquert 66 Straßen, 13 Bahnlinien und 51 Flüsse.


Laut Angaben der tschechischen Presseagentur ČTK hat Gazela rund zehn Milliarden Kronen (400 Millionen €) gekostet. Sie soll sich binnen zehn Jahren rentieren. Ihre Lebenszeit wird auf 70 Jahre geschätzt, könne aber auch bis 100 Jahren verlängert werden.

An der feierlichen Eröffnung von Gazela sollen der Eurokommissar für Energie Günther Oettinger und der tschechische Regierungschef Petr Nečas teilnehmen.

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