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Nabucco nimmt weitere Hürde im Pipeline-Rennen

Das Gaskonsortium Shah Deniz sichert sich eine Beteiligungsoption an der Nabucco-Pipeline. Somit ist das OMV-Prestigeprojekt wieder gleichauf mit dem Konkurrenzprojekt TAP.

Bereits im Oktober hieß es bei Nabucco, man sei „knapp vor einer Einigung" mit dem Lieferantenkonsortium in Aserbaidschan. Fast drei Monate später ist es nun so weit: Die Gasfeldbetreiber erhalten die Option, 50 % der Pipeline-Anteile zu übernehmen, sollte Nabucco am Ende den Zuschlag für den Gastransport erhalten. Außerdem wurde die Abgeltung von Entwicklungskosten für die Zeit bis zur finalen Entscheidung - mit der Ende Juni gerechnet wird - beschlossen.

In der Branche wurde dieser Schritt erwartet, als Vorentscheidung wird der Deal aber nicht gewertet; schließlich konnte das Konkurrenzprojekt, die Trans Adriatic Pipeline (TAP), eine ähnliche Einigung bereits im vergangenen Herbst erreichen.

Eine der beiden Röhren soll ab 2017 aserbaidschanisches Gas von der türkisch-bulgarischen Grenze nach Westeuropa (Nabucco nach Ostösterreich und TAP nach Norditalien) bringen und die Abhängigkeit von Importen aus Russland verringern - womit auch die Politik kräftig bei dem Pipelinepoker mitmischt. Der bulgarische Premier Bojko Borissow stellt einen Baustart für den Teilabschnitt in seinem Land jedenfalls schon für Mitte des Jahres in Aussicht.

Details noch offen

Dem Vernehmen nach gab es im Nabucco-Konsortium (Shareholder siehe Kasten) Bedenken, die Kontrolle an der gemeinsamen Gesellschaft abzutreten. Gleichzeitig benötigt das Unternehmen aber eine starke Beteiligung der Förderpartner, um die hohen Kosten für den Pipelinebau stemmen zu können.

Details einer möglichen 50-%-Beteiligung des Gaskonsortiums sind laut WirtschaftsBlatt-Informationen jedenfalls noch nicht geklärt. Zwei Szenarien sind vorstellbar: eine Kapitalerhöhung oder die Übernahme bestehender Anteile. Im Zuge letzterer Variante könnte etwa RWE seine 17,4 Prozent loswerden. Zuletzt verdichteten sich Hinweise auf einen Rückzug des deutschen Energiekonzerns, der mit ­hohen Schulden zu kämpfen hat.

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