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Firma klagt gegen Erdgas-Suchverbot

Fracking in Nordhessen – das schien nach einer Entscheidung des Regierungspräsidiums Darmstadt vom Tisch. Doch jetzt reichte das Energieförderunternehmen BNK Klage ein.

BNK will das Nein des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt zur Erdgas-Suche in Nordhessen nicht hinnehmen und reichte am 8. Juli beim Verwaltungsgericht in Gießen eine Klage ein. Der Anwalt der kanadischen Erdgasfirma BNK sagte hr-iNFO, die Entscheidung gegen Fracking sei auf Druck des hessischen Umweltministeriums allein aus politischen Gründen gefallen. Man habe ein unangenehmes Thema aus der Welt schaffen und sich dort über den Landtagswahltermin im September retten wollen. Die Ablehnung sei eindeutig rechtswidrig, betonte der Anwalt.

Beim Fracking geht es um die Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten. Dabei werden zum Aufsprengen neben Wasser und Sand auch Chemikalien in das Gestein gepumpt. Die Technik ist umstritten und noch nicht allzu gut erforscht.

 

BNK hatte in Nordhessen Erdgas in tiefen Bodenschichten aufspüren wollen und beantragt, weite Bereiche für eine spätere Untersuchung auf Fracking reservieren zu können. Das hatte das Regierungspräsidium Darmstadt (RP) Anfang Juni wegen zweier Gutachten, eines vom Landesamt von Umwelt und Geologie und ein zweites von der Universität Marburg, untersagt. "Beide Gutachten unterstreichen unsere Skepsis, dass Fracking in Nordhessen weder umweltverträglich noch wirtschaftlich darstellbar ist", hatte Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) im April im Umweltausschuss des Landtags gesagt.

Das Landesamt hatte sich die gut 5.000 Quadratkilometer Fläche angeschaut, die BNK zur Fracking-Nutzung erkunden wollte. Das Ergebnis: nur 16 % der Fläche kommen überhaupt in Frage. Überall sonst liegen die fraglichen Schieferschichten, in denen das Gas vermutlich gebunden ist, zu nah an der Oberfläche oder die Schicht ist zu dünn.

Das RP bezog sich in seiner Entscheidung auf diese Gutachten. BNK hatte danach einen Monat Zeit, dagegen zu klagen. Davon machte das Unternehmen nun Gebrauch.

 

Nachdem Puttrich entschieden hatte, Fracking nicht zuzulassen, war das Thema erst einmal vom Tisch. Eine Äußerung von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) heizte die Debatte Ende Mai aber wieder an. Er hatte der "Welt am Sonntag" gesagt, dass es falsch wäre, Fracking in Deutschland komplett zu verbieten.

Regierungssprecher Michael Bußer schränkte daraufhin ein, Bouffier wolle vor einer Zulassung von Fracking-Maßnahmen eine Gefahr für Mensch und Natur komplett ausgeschlossen wissen. Wenn es am Schluss keine Möglichkeit des gefährdungsfreien Frackings gebe, müsse man es lassen.

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