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EU-Energiekommissar Oettinger übernimmt Gast-Professur in Karlsruhe

Oettinger hat in seiner früheren Heimat eine Gastprofessur übernommen. Seit 2. Juli ist er als "Heinrich-Hertz-Gastprofessor" am renommierten Karlsruher Institut für Technologie (KIT) tätig.

Sein Arbeitspensum hält sich dabei trotz des klangvollen Titels in Grenzen: Oettinger muss insgesamt nur zwei Vorträge halten und ein Seminar geben. Auf das Thema muss er sich nicht mal vorbereiten. Es lautet: die Energiestrategien Deutschlands und Europas. Für seinen Einsatz erhält der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs nach Informationen der "Welt" 7.500 Euro, die er allerdings an wohltätige Organisationen spendet.

Oettinger sagt: "Ich habe kein Honorar bekommen, noch werde ich eines beziehen. Ich hab die Gastprofessur in einem Brief vom 25. März 2013 angenommen und darin gleichzeitig darum gebeten, man möge das Honorar direkt an die Stiftung "Kinderland Baden-Württemberg" und an die Landesarbeitsgemeinschaft "Hilfe zur Selbsthilfe" überweisen."

Oettinger ist seit 2010 in Europa für Energiefragen zuständig, zuvor war der CDU-Politiker Ministerpräsident in Baden-Württemberg. Vermeintlich von der Bundeskanzlerin weggelobt, hat Oettinger sich in Brüssel mittlerweile als Experte mit Hang zum deutlichen Wort einen Namen gemacht. Die Harmonisierung des europäischen Energiemarktes ist ihm ein großes Anliegen.

Zuletzt hatte Oettinger die Entscheidung des Gasförderkonsortiums Shah Deniz begrüßt, künftig Gas über das Pipeline-Projekt TAP (Trans Adriatic Pipeline) von Aserbaidschan nach Europa zu liefern. "Das ist ein Sieg für die EU", sagte Oettinger der "Welt".

Ursprünglich hatte die EU-Kommission das Konkurrenzprojekt Nabucco wegen seines Streckenverlaufs über den Balkan favorisiert. Heute sagt Oettinger, die Route sei zweitrangig. "Am Ende des Prozesses werden wir beide Leitungen haben: erst TAP und später auch Nabucco West." Das Hauptziel sei es, die Abhängigkeit von einem Energielieferanten zu verringern.

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